Zwölf Befunde, bei denen man stutzt
Eine kleine Auswahl aus über 2.000 Befunden, auf die sich dein Modell stützt, wenn du es nach Training fragst. Jeder nennt seine Quelle und sagt, wie gut er belegt ist. Auch die schwach belegten stehen hier, denn das gehört zur Antwort dazu.
„Ich habe gerade mit dem Laufen angefangen. Wie hoch ist das Risiko, dass ich mich verletze?“
18 zu 8Verletzungen je 1.000 Laufstunden, Einsteiger gegen FreizeitläuferEinsteiger verletzen sich pro Stunde gut doppelt so oft. Das meiste Risiko liegt in den ersten Wochen, danach sinkt es deutlich. Wer am Anfang langsam steigert, kommt durch die gefährliche Phase.
Belegstärke mittelQuelle: Videbæk et al., Sports Medicine 2015„Welcher Laufschuh schützt mich vor Verletzungen?“
KeinerSchuhtyp mit belegter SchutzwirkungOb gedämpft, minimal, mit Stütze oder mit Carbonplatte: Für keinen Schuhtyp ist belegt, dass er Laufverletzungen verhindert. Das Risiko hängt am Training, an Umfang, Steigerung und früheren Verletzungen. Den Schuh darfst du nach Gefühl aussuchen.
Belegstärke mittelQuelle: Relph et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2022„Soll ich nach dem Krafttraining ins Eisbad?“
Weniger Kraftbei regelmäßigem Kältebad direkt nach dem KrafttrainingNach dem Krafttraining bremst ein regelmäßiges Kältebad genau das, wofür du trainierst: den Zuwachs an Kraft und Muskel. Nach einer Ausdauereinheit schadet es der Anpassung nicht. Es kommt also darauf an, was du vorher gemacht hast.
Belegstärke mittelQuelle: Yu et al., BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation 2026„Meine Uhr sagt, meine VO2max ist um zwei Punkte gestiegen. Bin ich fitter?“
± 10ml/kg/min Spanne der VO2max-Schätzung für den EinzelnenIm Mittel liegen die Uhren richtig, für dich persönlich kann die Schätzung aber um bis zu zehn Punkte daneben liegen. Eine echte Verbesserung liegt meist bei zwei bis drei Punkten. Ein einzelner Sprung sagt deshalb wenig, ein Trend über Wochen schon mehr.
Belegstärke mittelQuelle: Molina-Garcia et al., Sports Medicine 2022„Meine Uhr sagt, ich habe sieben Stunden geschlafen. Stimmt das?“
+20 mintypische Überschätzung der Schlafdauer pro NachtUhren zählen ruhiges Wachliegen gern als Schlaf. Die Nacht sieht auf dem Display länger und ruhiger aus, als sie war. Die Schlafphasen treffen sie nur mäßig.
Belegstärke mittelQuelle: Lee et al., Journal of Clinical Sleep Medicine 2025„Wie trainiere ich in den zwei Wochen vor dem Wettkampf?“
40–60 %weniger Umfang, Intensität und Häufigkeit bleibenKürzer, nicht lockerer. Der Umfang sinkt deutlich, vor allem über kürzere Einheiten. Die harten Reize und die Zahl der Einheiten pro Woche bleiben, sonst verlierst du Spritzigkeit.
Belegstärke starkQuelle: Bosquet et al., Medicine & Science in Sports & Exercise 2007„Wie verhindere ich den Einbruch beim Marathon?“
0,2 %der gleichmäßig laufenden Boston-Starter brachen ein, gegenüber 85 % der unregelmäßigenWer gleichmäßig läuft, trifft den Mann mit dem Hammer fast nie. Häufig erwischt es die, die auf den ersten zehn Kilometern deutlich schneller waren als ihr eigener Schnitt. Belegt ist das an den Zwischenzeiten von knapp 80.000 Läufen, als Beobachtung und nicht als Experiment.
Belegstärke schwachQuelle: Dong et al., PLOS ONE 2026„Wie viel Koffein bringt mir vor dem Zeitfahren etwas?“
≈ 2 %schneller schon mit bis zu 3 mg pro kg KörpergewichtSchon eine kleine Dosis macht dich im Zeitfahren rund zwei Prozent schneller. Mit der doppelten Menge wirst du kaum schneller, schläfst aber schlechter und hast eher Herzklopfen. Mehr bringt hier also nicht mehr.
Belegstärke mittelQuelle: Martins et al., Nutrients 2026„Wie viel Eiweiß brauche ich für den Muskelaufbau?“
1,6 g/kgEiweiß am Tag, darüber kein messbarer ZusatznutzenMehr Eiweiß hilft beim Krafttraining ein wenig, aber nur bis etwa 1,6 Gramm pro Kilo Körpergewicht am Tag. Was darüber hinausgeht, baut keinen zusätzlichen Muskel auf. Den Unterschied macht das Training.
Belegstärke starkQuelle: Morton et al., British Journal of Sports Medicine 2018„Ich zerre mir beim Fußball ständig den Oberschenkel. Was hilft?“
−50 %Zerrungen der Oberschenkelrückseite mit der Nordic-Hamstring-Übung im ProgrammEine einzige Übung, auf den Knien, ein Partner hält die Füße, langsam nach vorn ablassen. Aufwärmprogramme mit ihr halbieren die Zerrungen hinten am Oberschenkel, von der Jugend bis zum Profi. Bei Frauen ist der Effekt bisher nicht belegt.
Belegstärke starkQuelle: van Dyk et al., British Journal of Sports Medicine 2019„Lohnt es sich, im Triathlon hinter jemandem herzuschwimmen?“
−25 %Laktat bei gleichem Tempo im WasserschattenWer direkt hinter jemandem schwimmt, braucht für dasselbe Tempo deutlich weniger. Der Puls zeigt davon kaum etwas, das Laktat sehr wohl. Und die Ersparnis nimmst du mit aufs Rad.
Belegstärke mittelQuelle: van den Brandt et al., Translational Sports Medicine 2023„Werde ich nach einem harten Rennen eher krank?“
Eher nichtdurch die Einheit alleinDass nach einer harten Einheit stundenlang ein Fenster für Infekte offensteht, ist auf schwacher Grundlage entstanden. Die Abwehrzellen verschwinden nicht, sie wandern ins Gewebe. Reise, Schlafmangel und Menschenmengen rund um ein Rennen spielen wohl die größere Rolle.
Belegstärke schwachQuelle: Campbell & Turner, Frontiers in Immunology 2018
So antwortet dein Modell, wenn es training mcp nutzen kann: mit deinen Daten und mit dem, was die Forschung dazu sagt.
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